Kurzgeschichte Naturphilosophie

Schöpfung

 

Der letzte Tag war schön. Der Wind hatte den Nebel des

Morgens schnell vertrieben und gab nun einen Blick auf den klaren Himmel frei.

Ein Eichhörnchen sammelte Haselnüsse. Es wurde kälter, bald würde es keine Nahrung mehr finden.

Es war ein Sonntag wie jeder zuvor und nicht ein einziger Mensch hatte geahnt, dass dieser gottverdammt schöne Tag der letzte seiner Art sein sollte. Die meisten von Ihnen waren schon verloren, bevor die ersten Bomben auf die Erde vor ihren Füßen fielen und das frische Herbstlaub aufwirbelten. Sie hatten einfach nicht damit gerechnet.

So schnell wie sie kamen, gingen die Menschen nun auch wieder. Ich war allein. Sie waren in ihrer letzten Ruhe still geworden. Doch sie hätten sich retten können. Einer von Ihnen hätte seinen Kopf heben und sich umschauen sollen. Das Elend sehen, dass sie verursacht hatten. Aber sie schienen mehr an ihren Bildschirmen als an ihren Leben zu hängen. Der Regen trieb ihre Überreste in die Gewässer der Meere. Nachdem der Tsunami auch das letzte Menschen geschaffene wegspülte, war ich zufrieden. Auch die Sturmflut und das Erdbeben hatten ihr Werk vollbracht.

Ich war nun auch nicht mehr traurig. Der Sonnenschein lockte wieder Blumen aus dem feuchten Boden. Die bunte Vielfalt begann zurück zu kommen. Doch ich hatte aus meinen Fehlern gelernt. Die Wärme des Feuers hielt ich der Welt vor. Nicht noch einmal würde ich es zulassen.

Am 7. Tag setzte ich mich zur Ruhe.