Gedicht über Naturphilosophie (Auszug aus einer Klausur)

Tag ein Tag aus,
ich muss hier raus.
Der Alltag, er lässt mich verschwinden,
und die Menschen keineswegs binden.
Die Natur, die Berge und die Seen,
dafür sollten wahre Menschen stehen.
Doch Geld ist wichtig, Geld gibt Macht,
so verschwindet die Schönheit der Natur nicht sacht´,
Tsunami, Wirbelsturm und Donnerwetter,
wo bleiben denn die Menschenretter?
Urelemente wie Wasser, Feuer und Erde,
verschwinden durch die Menschenherde.
Was würde Thales denn nur denken,
wenn wir sein Wasser nur verschwenden?
Hinter der Gier, dem Egoismus und dem Verschwenden,
gibt es bindende Mechanismen, die dies beenden?
Die Menschheit, was ist aus ihr geworden?
Haben wir nichts durch die Philosophie erworben?
Vielleicht hat Lorenz ja doch Recht,
und die Menschheit endet in einem Gefecht.
Auf Tiere wird erst recht nicht gesehen,
wie sollen sie uns überhaupt verstehen?
Doch, dass sie uns ähnlicher sind, als wir denken,
das könnte uns Hoffnung schenken.
Doch wir wollen nicht denken, weigern uns wie mit einem Schwur,
verlieren somit das geniereiche Wissen der Megalitkultur.
Es verschwindet mit unsrer Ignoranz,
und zurück bleibt nicht mal Toleranz.
Doch ohne unsere Werkzeuge wären wir vergeben,
so müssen wir Tag täglich unser Überleben anstreben.
Bemerken tuen wir das jedoch nicht,
Mitgefühl, das ist unsere Pflicht.
Das ganze Geld, das zerfällt,
Beziehung und Liebe ist das, was wirklich hält.
So macht eure Augen auf, wir sind nicht allein,
nur durch das Universum extrem klein.
Trotz unserer Größe sind wir nur ein Teil des Lebens,
und sollten lieben und helfen und zwar nicht vergebens.
Die Natur, sie ist eine Einzigartigkeit,
sie gehört uns allen, so habt keinen Streit.
Nach den Philosophiekursen bleibt nur Eines,
die Hoffnung auf Frieden und Leben und zwar, reines.
Chiara Ferrandina

Kurzgeschichte Naturphilosophie

Schöpfung

 

Der letzte Tag war schön. Der Wind hatte den Nebel des

Morgens schnell vertrieben und gab nun einen Blick auf den klaren Himmel frei.

Ein Eichhörnchen sammelte Haselnüsse. Es wurde kälter, bald würde es keine Nahrung mehr finden.

Es war ein Sonntag wie jeder zuvor und nicht ein einziger Mensch hatte geahnt, dass dieser gottverdammt schöne Tag der letzte seiner Art sein sollte. Die meisten von Ihnen waren schon verloren, bevor die ersten Bomben auf die Erde vor ihren Füßen fielen und das frische Herbstlaub aufwirbelten. Sie hatten einfach nicht damit gerechnet.

So schnell wie sie kamen, gingen die Menschen nun auch wieder. Ich war allein. Sie waren in ihrer letzten Ruhe still geworden. Doch sie hätten sich retten können. Einer von Ihnen hätte seinen Kopf heben und sich umschauen sollen. Das Elend sehen, dass sie verursacht hatten. Aber sie schienen mehr an ihren Bildschirmen als an ihren Leben zu hängen. Der Regen trieb ihre Überreste in die Gewässer der Meere. Nachdem der Tsunami auch das letzte Menschen geschaffene wegspülte, war ich zufrieden. Auch die Sturmflut und das Erdbeben hatten ihr Werk vollbracht.

Ich war nun auch nicht mehr traurig. Der Sonnenschein lockte wieder Blumen aus dem feuchten Boden. Die bunte Vielfalt begann zurück zu kommen. Doch ich hatte aus meinen Fehlern gelernt. Die Wärme des Feuers hielt ich der Welt vor. Nicht noch einmal würde ich es zulassen.

Am 7. Tag setzte ich mich zur Ruhe.

 

Der Neue

Kaum hatte ich mich von den Strapazen der letzten Tage erholt, da kamen SIE schon wieder zur Tür herein.  Langsam, noch etwas müde dreinschauend, orientiere sich der erste von ihnen, ob sich irgendetwas während des letzten Wochenendes verändert hatte. Zufrieden stellte die Person fest, dass alles an seinem Platz war. Glücklicherweise ließ mich der Störenfried zunächst in Ruhe. Seine volle Aufmerksamkeit galt dem großen schwarzen Kasten. Manchmal frage ich mich, wie es ihm wohl gehen mag, wenn er so nackt und schutzlos den teilweise ungeduldigen – als würde es um ihr Leben gehen –  Blicken ausgesetzt ist. Ob er zwischen den penetrierenden Zeigefingerhieben überhaupt noch atmen kann? Manchmal tut er mir schon leid,  wenn er wieder als „Scheißding“, das nie macht, was man ihm befiehlt, beschimpft wird. Vielleicht, so denke ich mir, surfen die Spezies und der schwarze Kasten einfach nicht auf derselben Intelligenzwelle? Wenn SIE liebevoller zu ihm wären, vielleicht würde er ihre Wünsche ausnahmslos erfüllen? Aber warum sollte es ihm besser gehen als mir? Was ich an diesem Ort schon alles erlebt habe, damit könnte sich leicht ein Roman füllen lassen. Es ist noch gar nicht so lange her, als ich hier eingezogen bin, voller Hoffnung auf ein nettes, freundliches Zuhause. Doch schon der erste Blick durch meine neuen vier Wände ließ Böses erahnen.  Von einem heimeligen Interieur haben die Wesen hier sicherlich noch nie etwas gehört. Ich wusste gar nicht, was schlimmer war, die grässlichen Farben oder der Muff der letzten 40 Jahre?

Plötzlich werde ich aus meinen Gedanken gerissen, als ich eine Hand an meinem Haupt spüre. Alles in mir spannt sich an, denn ich weiß genau, was in den nächsten Augenblicken passieren wird. Dieses Gefühl der lieblosen, brutalen Vorgehensweise, wenn dein Kopf mit voller Wucht gegen deinen Körper katapultiert wird, ist unerträglich.
3…2…1…
Doch widererwartend passiert… nichts. Ungläubig staunend, zweifelnd,  blicke ich mich um. Was war geschehen?  Ein zweites dieser Geschöpfe trat zu Nummer 1 und verwickelte es in ein belangloses Gespräch. Gerade als ich durchatmen will,  was hier wirklich schwer fällt, weil ich hoffte, dieser Tortur zu entkommen, drückt ER hinterhältig zu. Ratsch! Doch das herzlose Quetschen meines wohlgeformten Körpers reicht diesem Ungetüm nicht, nein, er drückt noch einmal nach, um auch wirklich sicher zu sein,  dass ich meinen Job ordentlich erledigt habe. Großes Vertrauen hat er wohl nicht zu mir, als ob ich ihn jemals im Stich gelassen hätte. Generell kann ich diesen Argwohn nicht verstehen. Ich bin derjenige, der allen Grund hat, diesen Wesen skeptisch gegenüberzustehen, denn sie lassen mich oft im Stich. Es ist beispielsweise das natürliche Bedürfnis eines jeden, sich zu entleeren (ich hoffe, ich begehe jetzt keinen Tabubruch, wenn ich über Körperentleerungen spreche), doch wenn mein Organ voll ist, wird darauf keine Rücksicht genommen. Mir bleibt selten die Zeit, die ich benötige, um mich von dem angefallenen Ballast zu befreien, denn es wird immer weiter auf mir herumgedrückt  –  „Ach, da geht noch was rein“, denken sie sich wohl. Doch irgendwann ist der Ballon voll und platzt. Anständige Wesen helfen mir in meiner Not und es ist ein überwältigendes Gefühl, wieder frei atmen zu können. Diese Ekstase, diese Euphorie, dieses unbeschreibliche Glücksgefühl, das sich in mir ausbreitet, wenn alle Last von einem abfällt, hält leider nur selten lange an, denn bereits wenige Sekunden nach diesem Rausch, werde ich schon wieder mit neuer Nahrung vollgestopft, die sich unaufhörlich ihren Weg in mein Auffangbecken bahnt. Doch nicht immer ist eine Entleerung mit einem Glücksrausch verbunden, denn es gibt auch weniger anständige Wesen in meinem Zuhause. Es gibt Zeiten, da wird mein Inhalt samt Aufbewahrungsbecken einfach auf dem Tisch entleert oder die Zeit ist zu knapp, rechtzeitig aufs Häuschen zu kommen, sodass sich einiges von meinem Körperinhalt über Tische, Stühle, Boden und andere Leidensgenossen ergießt. Ich schäme mich dann dafür, dass jeder meine Exkremente sehen kann und ich nichts dagegen tun kann. Manchmal gibt es nette Wesen, die das Unglück, ohne großes Aufsehen, wegwischen, doch es gibt auch diejenigen, die einfach drüber wegsehen und es sogar noch weiter im Raum verteilen. Doch irgendwann ist das Missgeschick verschwunden – ob aufgewischt oder weiter in die Welt hinausgetragen, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, es wird wohl von beidem etwas sein.

Doch nicht nur das Entleeren meines Körpers, sondern auch das Wiedereinsetzen meiner Pampers gestaltet sich für den ein oder anderen schwierig. Meine wohlgeformten Rundungen und meine Windel sind so konzipiert, dass sie exakt zueinander passen, doch es bedarf Geschick und die nötige Ruhe, diese Symbiose auch wiederherzustellen. Diese beiden Kompetenzen haben aber nicht alle im Raum, sodass ich unten herum oft nackt dastehe und sich so beim Drücken gleich alles auf dem Tisch verteilt. Mir ist das immer so schrecklich unangenehm, doch bin ich nun einmal auf fremde Hilfe beim Anziehen angewiesen.

Das Leben ist nicht einfach in dieser Umgebung, doch ich habe von anderen meiner Sorte Geschichten gehört, die noch viel Schlimmer sind. Also sollte ich zufrieden sein, mit IHNEN, die sich tagtäglich um mich bemühen. Aber meine Hoffnung auf Besserung, gebe ich trotzdem nicht auf.
Wer bin ich? Vermutungen können gerne in den Kommentaren gepostet werden!!! 🙂