Warum wir mit der AfD reden müssen

Die „Alternative für Deutschland“, wie sie sich selbst nennen, sind offen nationalkonservativ, gar rechtspopulistisch eingestellt. Mein Gespräch mit einer ihrer Vertreter wurde nach der Veröffentlichung von einigen kritisiert. Die Alfred Delp Schule dürfe nicht in einem Atemzug mit der AfD genannt werden. Es wurde gemutmaßt, Schüler würden Wahlkampf für diese Partei betreiben und wollen nun auch den Rest der scheinbar leichtgläubigen Schülerschaft mitreißen.

Es ist unbestreitbar wichtig Kritik zu äußern. Diese sollte aber auf dem Fundament der Information stehen.
Ich wusste, dass es riskant ist, einen Politiker einzuladen, der offen Teil einer rechtspopulistischen Partei ist.
Wie verhindere ich, dass die Plattform, die ich biete, als Möglichkeit genutzt wird, um zu leugnen und sich als den besorgten Retter der Nation darzustellen? Ich habe versucht, mich so gut wie möglich vorzubereiten, Aussagen und Standpunkte zu finden, die sich nicht relativieren lassen.
Ich hätte bessere Fragen stellen, umfangender recherchieren, an anderen Stellen nachhaken können.

Sicher.

An dem Tag des Interviews aber, trat kein flammenwerfender Dämon mit eingebranntem Hakenkreuz auf der Stirn durch die Tür. Stattdessen begrüßte mich eine nett lächelnde, zierliche Frau, die mir freundlich die Hand schüttelte.
Eine Frau wie ich sie schon oft gesehen hatte.
In der Kassenschlange bei Aldi, in der Nachbarschaft, im Restaurant am Nebentisch.
Sie ist Vertreterin einer Partei, die mir Angst macht.
Sie ist Vertreterin einer Partei, die mir und meinen Freunden Rechte nehmen will.
Ich musste mit dieser Frau reden, versuchen sie zu verstehen.
Deshalb entstand ein Gespräch, das alles andere als unkritisch war.
Wir haben über vierzig Minuten miteinander gesprochen. Lange nach dem verabschiedenden Händedruck am Haupteingang der Schule, habe ich darüber nachgedacht, was Bärbel van Dijk in dieser Dreiviertelstunde gesagt hat. Vielleicht, so hoffe ich, tut sie das auch.
Ich glaube, es ist in der heutigen Zeit enorm wichtig, miteinander zu sprechen. Wir leben in Blasen, hermetisch abgeriegelten Mikrokosmen. Wir sind uns sehr sicher, die Wahrheit für uns gepachtet zu haben. Und auch wenn wir uns als tolerant und fortschrittlich beschreiben, grenzen wir aus. Sorgfältig selektieren wir den Inhalt unserer persönlichen Blase.
Zu schnell wird kategorisiert in „Uns“ und „Die“.
Uns, die demokratieliebenden Deutschen und Die, die dummen Trump wählendenden Amerikanern.
Uns, die Bildungsbürger und Die, die rassistischen AfD Wählern. Es reicht nicht mehr zu wählen und total liberal zu sein, um unsere Demokratie zu schützen. Wir müssen offen sein. Wir müssen auf die Ausländerfeinde, Schwulenhasser und Demagogen zugehen, sie aufnehmen. Das heißt nicht, dass wir ihre Meinung annehmen sollen, vielmehr ist es unsere Aufgabe, eine Alternative aufzuzeigen. Wenn wir das nicht tun, geben wir auf, woran wir glauben. Schließlich werden wir merken, dass unsere Arroganz nicht nur falsch, sondern vernichtend war. Aber dann ist es zu spät. Dann nämlich wird Europa ein anderes sein. Marine Le Pen, Norbert Hofer, Frauke Petry, Geert Wilders und die gerade erstarkenden rechtsextremen Parteien in Polen, Dänemark, Griechenland, Norwegen, Ungarn, Italien, Belgien, Finnland und Großbritannien werden es bis zur Unkenntlichkeit entstellt haben.
Es mag wahnsinnig pathetisch klingen und ist vielleicht naiv. Trotzdem glaube ich, dass unsere wichtigste Waffe der Verstand ist. Wenn wir diesen nutzen, um einsichtig, tolerant und frei zu sein, frei zu bleiben, dann haben wir eine Chance.

Fragen an eine AfD-Politikerin

Kaum eine Partei erhält momentan einen stärkeren Zuwachs als die AfD. Ihre Politiker haben sich mit scheinbar einfachen Antworten auf aktuelle Probleme in allen Medien manifestiert, ihre Aussagen werden kontrovers diskutiert. Sie werden verurteilt, gefeiert und verachtet.

Eines aber ist sicher: Jeder hat eine Meinung.

Was haben Politiker uns Schülern, den zukünftigen Wählern, zu sagen? In einer Interviewreihe, in welcher wir mit verschiedenen Parteien sprechen, wollen wir dieser Frage näher kommen. Zuerst habe ich die stellvertretenden Sprecherin der AfD Hessen, Bärbel van Dijk, eingeladen.

Das hat sie gesagt.

 

Das Gespräch ist ganz und in verschiedene Themenabschnitte eingeteilt zu sehen.

Kurzgeschichte Naturphilosophie

Schöpfung

 

Der letzte Tag war schön. Der Wind hatte den Nebel des

Morgens schnell vertrieben und gab nun einen Blick auf den klaren Himmel frei.

Ein Eichhörnchen sammelte Haselnüsse. Es wurde kälter, bald würde es keine Nahrung mehr finden.

Es war ein Sonntag wie jeder zuvor und nicht ein einziger Mensch hatte geahnt, dass dieser gottverdammt schöne Tag der letzte seiner Art sein sollte. Die meisten von Ihnen waren schon verloren, bevor die ersten Bomben auf die Erde vor ihren Füßen fielen und das frische Herbstlaub aufwirbelten. Sie hatten einfach nicht damit gerechnet.

So schnell wie sie kamen, gingen die Menschen nun auch wieder. Ich war allein. Sie waren in ihrer letzten Ruhe still geworden. Doch sie hätten sich retten können. Einer von Ihnen hätte seinen Kopf heben und sich umschauen sollen. Das Elend sehen, dass sie verursacht hatten. Aber sie schienen mehr an ihren Bildschirmen als an ihren Leben zu hängen. Der Regen trieb ihre Überreste in die Gewässer der Meere. Nachdem der Tsunami auch das letzte Menschen geschaffene wegspülte, war ich zufrieden. Auch die Sturmflut und das Erdbeben hatten ihr Werk vollbracht.

Ich war nun auch nicht mehr traurig. Der Sonnenschein lockte wieder Blumen aus dem feuchten Boden. Die bunte Vielfalt begann zurück zu kommen. Doch ich hatte aus meinen Fehlern gelernt. Die Wärme des Feuers hielt ich der Welt vor. Nicht noch einmal würde ich es zulassen.

Am 7. Tag setzte ich mich zur Ruhe.